Ohne Liebe funktioniert die Predigt nicht.

Nektar von Srila Gurumaharaj

Zusammenfassung des Chat vom 10.6.2002 Berlin

Liebe Devotees, Matajis und Freunde,

gerade bereite ich mich auf eine ausgedehnte Reise zu den Tempeln von Kolumbien vor. Ständig denke ich über diese großartigen Devotees aus Kolumbien und anderen Teilen der Welt nach, wo die Situation so gefährlich ist und permanent Schläge des Karmas drohen. Natürlich hängen wir letztendlich nur von Krsnas Gnade ab und er macht immer genau das, was er zu tun hat. Außerdem gibt es immer größere Barmherzigkeit in einem Moment großer Not, das ist die Natur von Kurukshetra, wo die Hilfsbedürftigkeit Srimati Radharanis am allergrößten ist und wo ein Dienst für sie am meisten geschätzt wird.

Heute morgen werden wir hier das Treffen aller Tempel von Ecuador haben. Im Moment gibt es mehr als zehn Projekte in Ecuador, könnt Ihr Euch vorstellen wieviel Arbeit das ist? Ich habe diesen zweistündigen Chat nur akzeptiert, weil ich wieder mit Euch allen Kontakt haben wollte. Während meiner Reisen habe ich normalerweise noch nicht mal Zeit meine emails zu lesen und noch weniger mich vor einen Computer zu setzen, deswegen möchte ich Euch bitten, daß Ihr Euch kurz fasst in Euren Nachrichten.

Ich reise gerade mit Narayan Maharaj, Giri Maharaj und Hrisikes Maharaj. Was für ein Nektar, mit Sannyasis zusammen zu sein. In allen Zusammenkünften bleiben letztendlich immer nur die gleichen Themen übrig: Liebe, Liebe und noch mehr Liebe. Ohne Liebe funktioniert die Predigt nicht und tausende von Details auch nicht. Die Welt besteht aus Details, so wie einem Devotee zu seinem Geburtstag zu gratulieren, die Rezeption sauber zu halten, alle mit einem Lächeln zu begrüßen und die Kurse für Voreinweihung kontinuierlich  und ohne Fehler zu halten. All dies verbessert ohne Zweifel die Gemeinschaft.

Alles hängt von der Führungspersönlichkeit ab, ist die nicht gut, ist auch das Ergebnis schlecht. Ist sie gut, sind die Devotees glücklich, es gibt neue Bhaktas, gutes Prasadam, die Devotees erfüllen ihren Sadhana, viel Predigt, dynamische Istagostis mit guten Resultaten und so gibt es ein Welle von Nektar. Darauf kommt es an, daß zumindest die Anführer versuchen gute Arbeit zu leisten. Wenn sie es nicht versuchen, wieso wollen sie dann Anführer sein? Das ist unlogisch, es bedeutet eine spezielle Anstrengung zu unternehmen…sehr speziell. Und  das wird doch von jedem in der Welt erwartet, der ein gutes Ergebnis haben will in irgendeiner Sache, die er tut, sei es ein Studienabschluss, ein Geschäft usw. Für alles muss man sich anstrengen. Es ist reine Barmherzigkeit, wenn jemand eine Anstrengung für Krsna unternehmen darf und ein schönes Programm macht.

Natürlich wird der Verstand manchmal mit seinen Tausend Ideen dazwischenfunken, aber das ist normal: wieviel Studenten brechen ihre Karriere ab, weil sie ihnen über den Kopf wächst? Wieviele Geschäftsleute scheitern, weil sie nich exzellent sind und alles in Unordnung ist? Das ist das tägliche Brot in dieser Welt. Wenn die Devotees mir von ihren Ideen und Plänen erzählen, sind davon 90 % so unbedeutend, daß die Lektüre eines einzigen Bhagavad-Gita Verses schon das Problem lösen würde.

Also von allen auf der Welt wird Vortrefflichkeit erwartet. Es gibt keine Ausrede um sich nicht anzustrengen um exzellent zu sein und es ist meine Arbeit und meine Ambition daß die Mission VRINDA in allen Gebieten vorbildlich ist, deswegen reise ich wie verrückt, mache regelmäßige Chats, wir machen Websides und ich versuche mein mittelmäßiges Beispiel  zu geben. Wenn ich daran denke, was Srila Prabhupada gemacht hat, kann ich  mich nur schämen, aber ein blinder Onkel ist besser als gar kein Onkel.. Deswegen bin ich sehr enthusiastisch, denn mein Gurudev hat mir seit dem ersten Moment in dem ich ihn kennengelernt habe, gesagt, und es immer wiederholt: PREDIGE FÜR DEN REST DEINES LEBENS!!! Und indem ich diese Anweisung ausgeführt habe, traf ich Euch alle und all das was wir machen und ich würde es als Scheitern empfinden, wenn Ihr nicht nach Goloka Vrindavan kommen würdet. Das hängt zweifellos von der Barmherzigkeit Srila Prabhupadas ab und der individuellen Erfahrung. Aber ich glaube dies ist meine persönliche Erfahrung, die Aufgabe, die mir mein spiritueller Meister gegeben hat.

Weil Goloka Vrindavan der Ort der allerhöchsten Vortrefflichkeit ist, bin ich davon überzeugt, dass jeder einzelne von uns sich darum bemühen muss, die allerhöchste Vortrefflichkeit innerhalb dessen was ihm gegeben ist und in seinem persönlichen Dienst erreichen. Die größte Vortrefflichkeit ist, zu schaffen geliebt zu werden. Zu schaffen, so sehr geliebt zu werden, daß die Leute ganz natürlich mit Dir zusammenarbeiten wollen und sich anstecken mit Deinem Wunsch, exzellenten Dienst zu machen. Die Umstände in jedem Tempel müssen so schön sein, daß es den Leuten schwer fällt nach Hause zurückzugehen und daß sie am nächsten Tag zurückgerannt kommen um wieder dort zu sein. Dafür bedarf es Beziehungen von Herz zu Herz, das haben wir doch alle schon mal gefühlt, in irgendeinem Moment fesselt es uns und wir entdecken, daß das Beste unseres Lebens in der Gemeinschaft mit den Devotees liegt.

Srila Prabhupada hatte diese Liebe, sein Interesse für uns war perfekt. Sie war eine göttliche Realität und alleine das zu fühlen, hat einen verpflichtet und es verpflichtet mich immer noch, es war als ob er für einen lebte, so wie er den ganzen Tag für das Wohl seiner Schüler arbeitetete. In einem Tempel darf man nicht glauben, daß diese Art von Zuneigung sich von alleine vermittelt. Dem ist nicht so, sie braucht volle Aufmerksamkeit.  Rezeption, Einschreiben von Leuten in die Kurse der Vaishnava Akademie, Sauberhalten der Räume, Liebenswürdigkeit in der individuellen Predigt, gutes Benehmen und gepflegte Kleidung des Devotees an der Rezeption, all das ist von höchster Wichtigkeit. Oder eine erstklassige Präsentation der Bücher, das Musikprogramm, alles hat seine Bedeutung um die Leute anzuziehen. Für die Menschen, die das erste Mal in den Tempel kommen. Schöne Bhajans mit Übersetzung danach oder gleich auf Deutsch  haben eine höhere Wirkung als ein Kirtan von einer Stunde währenddessen die Devotees die Gäste keines Blickes würdigen oder man keine Unterhaltung führen kann weil es so ein Krach ist. Ich will damit nicht sagen, daß ein Kirtan nicht für einige Gäste sehr attraktiv sein kann, aber es hat sich klar gezeigt, daß viele Leute die Behandlung mit intensivem  Kirtan nicht für lange Zeit aushalten können.

Also müssen wir sehr gesittete Programme machen und immer nach Wegen suchen, wie wir die Seelen die der Paramatma in den Tempel gesendet hat, glücklich machen können. Mir ist aufgefallen, daß das in großen Tempeln schwerer ist als in kleinen. In einem kleinen Tempel mit einem guten Präsidenten kommen normalerweise mehr neue Devotees als in einem großen Tempel. Klar, wenn ein großer Tempel einen guten Anführer hat, ist er das Zentrum einer ganz speziellen Energie aber immer gibt es in den großen Tempeln eine Gruppe von Genießern und Taugenichtsen, und auch Unachtsamkeiten und Störungen und niemals fehlt der Schurke der nur auf der Suche ist nach einer reichen Sympathisantin des Tempels, um zu sehen wie man sie sich zunutze machen könnte.

So hat jede Situation ihre speziellen Herausforderungen, aber so ist es, etwas Gutes entsteht und wenn es wächst benötigt es eine professionellere Herangehensweise und man muss vorsichtig sein, denn Probleme einer kleinen Gemeinschaft lösen sich anders als die einer großen. Deswegen, wenn wir nicht mehr und mehr lernen, stoppt in irgendeinem Moment das Wachstum.

Eine großes Projekt bedeutet auch, Einkommen zu produzieren für viele Devotees und Möglichkeiten, um alle in extatischem Dienst zu beschäftigen. Wenn wir darüber nachdenken, kommen wir darauf, daß wir eigentlich nicht die Welt mit einem Meer von Incenseverkäufern überschwemmen wollen. Mit allem Respekt, der Incense war ein Geschäft, das Srila Prabhupada begonnen hat und daß vielen Proyekten geholfen hat. Ich habe mit dem Vertrieb der Krsnabilder aus Indien angefangen mit deren Hilfe viel Tempel konstruiert wurden und noch heute viele Grhastas ihr eigenes Haus bauen. Aber wir dürfen da nicht stehenbleiben, es gibt Möglichkeiten um sehr dynamisch zu wachsen aber das bedeutet Professionalismus und viel Arbeit.

Prabhu Prema Vardhana in Cuzco und Prabhu Jay Gouranga in Arequipa betreiben zum Beispiel Restaurants von einer Qualität und mit einer Intensität, die man bei den meisten Restaurants von Devotees nicht findet. Sie ernähren bis zu acht Angestellte, es ist von 8 Uhr morgens bis 10 Uhr abends geöffnet, sie bezahlen die Raten für ihre Autos ohne Probleme und verbinden viele viele Leute mit der Welt der Devotees. Hervorragende Hygiene, liebenswürdige Aufmerksamkeit und viel Arbeit von Seiten der Verantwortlichen, in diesem Fall der zwei Familien. Viele Devotees wollen sich nicht so viel Arbeit aufhalsen, möchten ihre Restaurants von 12 Uhr bis 15 Uhr öffnen, wissen nicht, wie man mit Angestellten umgeht, beschweren sich, weil es keine Freiwilligen gibt, die helfen und möchten jeden Tag einen anderen Dienst, weil sie nicht innerhalb des ersten Monats Millionäre geworden sind. Ähnliche Geschichte gibt es in unseren Bäckereien, Boutiquen und ähnlichen winzigen Geschäften. Klar, es gibt auch unterschiedliche Beispiele, z.B. Tapasvi Maharaj, Vayajanti d.d. und andere sehr entsagte und sehr fleissige Devotees haben das Wachstum des Ecotruly Ashrams mit ihrer kontinuierlichen Arbeit ermöglicht.

Hier endet mein Sermon und ich bitte um Entschuldigung im Falle daß einige meiner Worte jemandes Gefühle verletzt haben. In einigen Fällen hat die Schocktherapie gute Resultate erzielt.

Bitte akzeptiert meine von Herzen kommende Umarmung und meinen Segen.

In Srila Prabhupadas Diensten.

Dir mmer wohlgesonnen,
Swami BA Paramadvaiti