Das spirituelle Erbe

Das spirituelle Erbe – Chat aus Puerto Rico

Haribol liebe Devotees! Meinen Dandavats Pranams für euch alle. Wir sind mit fünf Devotees in Puerto Rico einschließlich dem Leiter des Yatras, Balarama Prabhu, dem Sohn von Vaishnava. Alles ist günstig. Der Tempel befindet sich momentan nahe beim Flughafen und Upendra, ein Freund vieler Jahre, stellt seine Wohnung zum Predigen zur Verfügung. Sie ist gut zu erreichen aber unglaublich heiß.

Heute ist dort ein Festival. Die Aussichten aufs Predigen sind hier großartig. Puerto Rico ist sehr groß und es gibt ein Menge Orte mit einer Menge Menschen, die sich freuen über Vrinda und unsere Bemühungen in Süd Amerika zu hören.

Es gab wirklich große Erfolge durch die Drucke und die CD’s und Vaishnava Prabhu gibt sich große Mühe um das Ganze noch zu verstärken. Mir liegt viel daran auf dieser Insel zu Predigen und mit dem gleichen Enthusiasmus wie immer möchte ich den lieben Vaishnavas dort all das geben, was mein spiritueller Meister mir gegeben hat.

Das Thema heute ist sehr wichtig und es heißt: “das spirituelle Erbe”. Im Moment der Einweihung vererbt der spirituelle Meister an seine Tochter oder seinen Sohn das Allerwertvollste, das er selbst von seinem Guru vererbt bekommen hat. Dabei geht es nicht um materielle Besitztümer, Berühmtheit oder Macht. Es geht um das Erbe der Fähigkeit ein wirklicher und liebender Diener zu sein, ein Wesen zu sein, das die maximale Perfektion in seinem Leben erreicht nur dadurch, dass es akzeptiert, ein ewiger Diener der Wahrheit, des Erhalters und Schöpfers und all seiner Schöpfung zu sein.

Unermessliches Erbe

Möglicherweise umfasst dieses Erbe Spenden, Hilfe, Tempel, Farmen oder noch andere Dinge im Namen des Guru, die von euch ausschließlich für euren Dienst genutzt werden. Das Erbe des geistigen Meisters ist nicht abschätzbar, aber die Essenz, die als Disposition in all seinen Söhnen, die diese Verbindung ernst nehmen, vorhanden ist, ist in der Reinheit der Absicht, in dem Bemühen maya zu entkommen und anderen dabei zu helfen auch maya zu entkommen.

Mein Guru wollte mich mit dem Höchsten in Verbindung bringen. Er hatte nicht die Absicht, mich mit etwas materialistischem oder mentalen zu verbinden; er wollte immer nur der Parampara dienen, Sri Sri Mahaprabhu und Radha Govindaji, mit seinem ganzem Leben, seiner Seele, Körper, Verstand, Worten und allem – im Dienste für den Herrn. So ist das Leben spirituell. Das Erbe meines Gurus ist der Schatz meines Lebens. Meine Eltern gaben mir etwas von der sogenannten selbstmörderischen westlichen Zivilisation. Sie haben mir nicht mal beigebracht, die Tiere zu respektieren. Es war Srila Prabhupada, der mir mit großem Respekt den Sinn des Lebens näher brachte und mich Dankbarkeit für alles was existiert lehrte.

Wenn ein Vater beispielsweise sein Haus verlässt oder gar stirbt, streiten sich die Brüder wie Hunde um ein paar Ziegelsteine. Diejenigen, die das Erbe des spirituellen Meisters als etwas materielles betrachten, können sich auch darüber den Kopf zerbrechen, wer nun den Tempel leiten sollte oder irgendetwas, das der Guru für Krsna getan hat und manchmal wollen sie das reine Erbe in etwas verwandeln, was ihren unreinen Absichten entspricht. Das wäre sehr bedauerlich für Sie, denn für einen wahren Schüler ist es nur der Auslöser um den Fußspuren seines Gurus zu folgen und alles, was Krsna ihm gegeben hat, in seinem Dienst zu verwenden.

Ehrlich gesagt kann nichts Materielles wichtig sein. Zum Beispiel, verglichen mit den USA, wieviel Geld sie jeden Tag in ihren Krieg im Irak stecken – das ist mehr Geld, als der Gesamtwert aller Krsna Tempel in der Welt. Aber wir dürfen nicht das Matrielle mit dem Spirituellen vergleichen. Eine einzige Seele, die vor maya gerettet ist, ist mehr Wert als alle Reichtümer dieser Erde. Wie Srila Prabhupada Bhaktisiddhanta Satrasvati gesagt hat: “Um eine einzige Seele von maya zu befreien, müssen mindestens 20 Gallonen Blut vergossen werden.” Uff! Im Moment der Einweihung bekommt der Schüler von seinem Guru potentiell alle Schätze. Er verspricht, wie ein Repräsentant der Lehren seines Gurus zu leben. Wenn man darin ehrlich ist, offenbart sich das Erbe mehr und mehr.

Sei hingegeben

Srila Sridhara Maharaja, mein lieber Sannyas Guru hat nachdem Srila Prabhupada seinen Körper verlassen hatte mal zu meinen Gottbrüdern gesagt: “Ihr werdet euch mit dieser Last noch mehr der Wahrheit hingeben müssen”. Einige waren verstört, da sie dachten: “Srila Prabhupada traute uns die Führung an und das heißt, das wir ihm schon sehr hingegeben sind”. Dieser Stolz hatte fatale Folgen. Wir sind immer nur Schüler. Das Erbe gehört uns niemals. Das wahre Vermögen des Erbes ist in unserem Herzen. Alle Rechte sind vorbehalten. Nur die, die rein in ihren Absichten sind, erreichen mehr Verwirklichung. Wir sind ewige Schüler die sehr bedacht darauf sei sollten immer sehr, sehr, sehr demütig und sehr, sehr, sehr liebevoll mit allen zu sein. Diejenigen, die nicht demütig mit anderen Vaishnavas sind werden nur leiden und im gleichen Maße wird es ihnen an der Verwirklichung der Essenz unseres Erbes fehlen.

Als mein Guru da war, benutzte ich diesen Schatz, um ihn persönlich anderen Menschen vorzustellen. Das ist das größte Geschenk der Liebe. Dafür versucht jeder Devotee die Familie seines spirituellen Meisters zu erweitern. Wenn man in eine Stadt kommt, kann man sofort sehen, wer von Herzen Prediger ist. Ohne jeden Zweifel haben sie dort eine Liste von Leuten, die enthusiastisch dafür sind, ihren Guru zu treffen. Sie sind so großzügig, ihren Guru mit der Welt zu teilen. Aber es gibt auch die, die nicht kooperieren wollen. Sie wollen den Guru für sich haben. Sie sind sogar genervt, wenn der Guru sich mehr mit den Menschen unterhält, die neu in den Tempel gekommen sind, als mit ihnen selbst. Naja, das sind die Stufen des Fortschrittes der Menschen. Nicht jeder kann diese Geheimnisse des spirituellen Erbes verstehen.

Wenn ihr mehr verteilt, werdet ihr mehr bekommen und erreichen; das ist der Schlüssel. Bücher studieren macht keine Verwirklichung, aber großzügiges Verteilen macht Verwirklichlung. Genieße nicht, sondern versuche von Krsna und seinen beispielgebenden Devotees genossen werden zu können. Mach, dass jeder die Vaishnavas schätzt. Rede niemals mit anderen über die Fehler anderer Vaishnavas. Du magst es auch nicht, wenn andere deine Unzulänglichkeiten ausplaudern nur der Freund meiner Seele, der Sadhu, kann alles wissen und wird mich mit Liebe beratschlagen. Wir alle brauchen Sadhus, die uns den Weg weisen. Sie sind auch unsere Schätze. Menschen, die ein schlechtes Beispiel geben können mir nicht helfen und wenn ich über ihre Fehler rede, werden sich die selben Fehler in mir manifestieren. Es ist als ob man gegen einen Ventilator spuckt, der Luft in die eigene Richtung bläst. Dein eigener Schleim wird dich bedecken.

Die goldene Regel

Treffen sind dazu da, um sicher zu gehen, dass alle in der Gemeinschaft inspiriert sind. Offen über andere schlecht zu reden, zu kämpfen und zu streiten wird niemals irgendjemanden animieren. Wir dürfen auch nicht schlecht über einen Nicht-Devotee sprechen. Die goldene Regel ist, die Sünde zu hassen, aber Mitleid mit dem Sünder zu haben. Dabei leiden wir nur an unserer eigenen Ignoranz. Wenn jemand kommt, um uns unsere Ignoranz vorzuwerfen, wird es nicht viel helfen. Es würde eher Zurückweisung in mir hervorrufen. Aber wenn jemand kommt um mich mit Liebe von meiner Ignoranz zu befreien, kann es zu meiner Erlösung führen. Das passierte, als unserer Guru Srila Prabhupada kam, um uns zu retten. Er kam mit viel Liebe, singend in den Straßen der Welt, Geld ausgebend für Millionen zur Verehrung des Herrn, Retter der Seelen, kochend, Deities schmückend, uns nach Vrindavan bringend, große Festivals wie das Ratha Yatra feiernd und tausende anderer Dinge… nur dadurch, dass er uns zum Ausgang unserer eigenen Ignoranz geschleppt hat. Das ist unser einziges Beispiel.

Also erlaube deinem Verstand nicht, schlecht über andere Menschen zu denken, die mein spiritueller Meister retten will. Wenn er sie in etwas akzeptiert und unterbringt, ist es nicht richtig, schlecht über sie zu reden, und noch weniger gut die Bemühungen meines spirituellen Meisters sie genauso wie mich zu retten anzuzweifeln. Der Verstand ist sehr gefährlich, verräterisch und normalerweise nicht hingebungsvoll. Benutze ihn mit Vorsicht, immer den heiligen Namen des Herren in der Gemeinschaft anderer Devotees betend. Das reinigt den Verstand.

Die Devotees dürfen nicht vergessen, dass keine Ungerechtigkeit existiert, weil Krsna alles weiß. Wenn es Menschen gibt, die sehr verwirrt sind, dann tut Krsna seine Schritte. Natürlich informiere ich meinen Guru und die lokalen verantwortlichen Devotees, wenn ein Mitglied sich selbst oder den Interessen der Mission schlechte Dinge antut. Das ist logisch, da wir versuchen, diejenigen zu beschützen, die wir Krsna darbringen wollen.

Es ist nicht das, was sie in Südamerika “Frosch” nennen; es ist mehr ein Dienst, den man für seinen Sadhu tut. Man informiert ihn und so weiß der Sadhu, dass derjenige sofortige Aufmerksamkeit braucht. Aber verbreite es nicht, denn es hilft niemandem, wenn alle wissen, dass es einen Devotee gibt, der strauchelt, der ausgerutscht ist und mit der gnädigen Hilfe des Guru versucht wieder aufzustehen. Der Guru personifiziert die Vergebung. Wenn er nicht vergibt, wo sollen wir dann hingehen? Keiner sollte den Guru darin beurteilen, wie er versucht, Seelen zu retten.

Krsna ist der Kontrollierende

Ich kann mich an Situationen erinnern, in denen Srila Prabhupada versucht hat, Seelen zu retten, von denen andere glaubten, sie seien verloren. Kann es sein, dass der Guru alles weiß, was er wissen muss? Diese Frage stellt sich mir immer mal wieder. Kann es sein, dass der Guru genügend Informationen für seine Entscheidungen hat? Nun, darüber muss man eigentlich nicht nachdenken, weil alles unter Krsna’s großer Kontrolle steht. Aber wenn du der Meinung bist, dass dein Guru in einem bestimmten Fall X mehr Information bräuchte und du ihm diese geben könntest, dann gib sie ihm mit ganz viel Demut, damit die Situation besser verstanden werden kann. Aber zweifle nie daran, dass Krsna alles auf’s Beste kontrolliert.

Einmal fragte ich Srila Sridhara Maharaja: “Was passiert, wenn ein großer Devotee etwas wirklich dummes oder verrücktes anstellt?”. Er antwortete: “Wenn er aufgrund materieller Interessen schuldig ist, dann wird er in irgendeiner Reaktion dafür bezahlen, aber wenn er Krsna erfreuen wollte, wird der Herr ein Wunder aus seinem Fehler machen.” Warum deshalb nicht noch einmal: Es gibt nichts Schlechtes ohne einen guten Grund dafür. Liebe Devotees, es gibt eine Menge solcher Empfehlungen für euch, damit ihr das großartige Erbe, das Srila Prabhupada mir hinterlassen hat und welches ich versuche an euch und alle die danach verlangen, weiterzugeben, genießen mögt.

Ein System für Klarheit

Diese Chats sind Teil davon und ich bin sehr dankbar, euch so nah sein zu können. Hier kommt nun ein sehr persönliches Kommentar und es ist, um meine Aufnahmefähigkeit zu bewahren, damit ich euch allen auf meine Weise dienen kann. Ehrlichgesagt, meine e-mail Adresse ist für dringende Angelegenheiten und wichtige Entscheidungen. Aber für Fälle kleiner Streitigkeiten etc. ist sie eher eine Plage. Ich möchte mit jedem reden und jedem einen guten Rat geben. Ich wäre froh, mich den ganzen Tag nur Dir zu widmen, lieber Leser, aber praktisch muss ich mir meine Zeit sehr gut einteilen.

Wenn also in einem Tempel oder in einer Familie ein Problem auftaucht, denkt nicht, dass ich es lösen kann, nur wenn ihr mir schreibt. In allen Konflikten muss man sich erst mal beide Seiten anhören. Das ist etwas, das sich normalerweise nicht in einem Chat manifestiert. Dann muss ich mir über beide Seiten Gedanken machen, Fragen stellen und so Licht in die Angelegenheit bringen und erst dann kann ich zu einer Lösung kommen, die für alle in Ordnung ist.

Nun könnt ihr sehen, dass die Bedeutung des Chats für solche Dinge unbrauchbar ist. Deshalb sollten potentielle Streitigkeiten in folgender Form über e-mail an Pancatattwa gesendet werden: Der Streitpunkt, der Wiederspruch, die Person über die sich beschwert wird und ein unparteiisches Kommentar eines lokalen Devotees, der mein Vertrauen in der Angelegenheit hat; das alles zusammen in einem Dokument. Es ist mehr Aufwand für euch, aber es ist weniger Aufwand für mich und außerdem erlaubt es mir mich der Sache zuzuwenden, wenn ich Zeit und Ruhe dafür habe und nicht inmitten vieler anderer Dienste.

Neben diesem System werdet ihr in diesen Dingen wachsen und ihr werdet sehen, dass eine Menge Ärger schon alleine dadurch gelöst werden kann, dass man demütig miteinander redet und sich eventuell einen objektiven Betrachter dazu holt, der in der jeweiligen Sache mein Vertrauen hat. Denn in einer demütigen Unterhaltung werden 95% aller Missverständnisse aufgeklärt. Natürlich verweigere ich es nicht, euch in Allem zuzuhören und zu helfen. Ich gehöre euch. Ich tue, was ihr wollt, damit ich froh darin fortschreiten kann, dem Höchsten zu dienen. Das ist mein Leben.

Fühlt euch nicht schlecht, weil ich dieses System dazu benutze mehr Klarheit in die Konflikte zu bringen und deshalb keine großen Nachrichten empfange, von denen ich weder die Deteils kenne noch die Zeit habe alles zu erfragen, aber ihr wollt von mir mehr oder weniger perfekte Urteile. Die Bedeutung des Chats ist auch sich zu begeistern und gut studierte Briefe sind dazu da, um Lösungen zu finden.

Vielen Dank für euer Verständnis und es ist dasselbe, wenn verschiedene Devotees unterschiedliche Konzepte haben, wie ein Dienste ausgeführt werden könnte. Es ist eigentlich kein Konflikt, sondern eher eine Fragen der Organisation.

Das Erbe von Srila Prabhupada, ki jay!
Der Marathon, um dem Erbe von Srila Prabhupada zu dienen, Ki Jay!

Immer euch das Beste wünschende,
B.A. Paramatvaiti Swami

von einem Sonntags Chat mit Srila B.A. Paramadvaiti Maharaja in Puerto Rico
29. Mai 2005

übersetzt von Vaijayanti d.d.